Verordnung des Kultusministeriums und des Sozialministeriums über die
Sportausübung (Corona-Verordnung Sport – CoronaVO Sport)
Vom 25. Juni 2020
Auf Grund von § 32 Sätze 1 und 2 in Verbindung mit § 28 Absatz 1 Sätze 1 und 2
des Infektionsschutzgesetzes vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), das zuletzt durch
Artikel 1 des Gesetzes vom 19. Mai 2020 (BGBl. I S. 1018) geändert worden ist, in
Verbindung mit § 16 Absatz 5 Nummer 1 der Corona-Verordnung (CoronaVO) vom
23. Juni 2020 (notverkündet gemäß § 4 Satz 1 des Verkündungsgesetzes und abrufbar https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/coronaverordnung-ab-1-juli-2020/), wird verordnet:
§ 1
Anwendungsbereich
Alle öffentlichen und privaten Sportanlagen und Sportstätten, insbesondere Fitnessstudios und Yogastudios sowie Tanzschulen und ähnliche Einrichtungen dürfen zu
Trainings- und Übungszwecken nach Maßgabe der §§ 2 und 3 und zur Durchführung
von Sportwettkämpfen und Sportwettbewerben nach Maßgabe der §§ 2 und 4 betrieben werden. Der erlaubte Betrieb umfasst auch Nebenanlagen, die untergeordnet
und für den Betrieb notwendig sind, insbesondere Sekretariate und Toiletten.
§ 2
Allgemeine Vorgaben
(1) Wer eine öffentliche oder private Sportanlage oder Sportstätte betreibt, hat die
Hygieneanforderungen nach § 4 CoronaVO einzuhalten, zuvor ein Hygienekonzept
nach Maßgabe von § 5 CoronaVO zu erstellen und eine Datenerhebung nach § 6
CoronaVO durchzuführen. Es gilt ein Zutritts- und Teilnahmeverbot nach § 7
CoronaVO. Beim Abhalten der Veranstaltung sind die Arbeitsschutzanforderungen
nach § 8 CoronaVO einzuhalten. Der Betreiber kann diese Pflichten an Dritte, insbesondere an weitere Sportanbieter, übertragen; seine Verantwortung für die ordnungsgemäße Erfüllung der Vorgaben nach Sätze 1 bis 3 bleibt davon unberührt.
(2) Abseits des Sportbetriebs ist, wo immer möglich, ein Abstand von mindestens 1,5
Metern zu anderen Personen einzuhalten, sofern nicht § 2 Absatz 2 in Verbindung
mit § 9 CoronaVO etwas anderes zulässt. Falls Räumlichkeiten die Einhaltung des
Mindestabstands nicht zulassen, sind sie zeitlich versetzt zu betreten und zu verlassen. Körperkontakt, insbesondere Händeschütteln oder Umarmen, ist zu vermeiden.
(3) Der Aufenthalt in Toiletten, Duschen und Umkleiden ist so zu begrenzen, dass ein
Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Nutzerinnen und Nutzern eingehalten
werden kann. Der Aufenthalt in Duschen und Umkleiden ist zeitlich auf das unbedingt
erforderliche Maß zu begrenzen.
§ 3
Trainings- und Übungsbetrieb
(1) Für die Durchführung eines Trainings- und Übungsbetriebs gelten neben den
Maßgaben des § 2 zusätzlich die Maßgaben der Absätze 2 bis 4 sowie § 9 CoronaVO.
(2) Während der gesamten Trainings- und Übungseinheiten soll ein Abstand von
mindestens 1,5 Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen eingehalten
werden; davon ausgenommen sind für das Training oder die Übungseinheit übliche
Sport-, Spiel- und Übungssituationen.
(3) Sofern der Trainings- und Übungsbetrieb in Gruppen stattfindet, soll eine Durchmischung der Gruppen vermieden werden.
(4) Soweit durchgängig oder über einen längeren Zeitraum ein unmittelbarer Körperkontakt erforderlich ist, sind in jedem Training oder jeder Übungseinheit möglichst
feste Trainings- oder Übungspaare zu bilden.
(5) Die vorstehenden Absätze gelten auch für entsprechende Angebote der sonstigen Bildungseinrichtungen und -angebote jeglicher Art nach § 14 Absatz 1 Ziffer 6
CoronaVO.
§ 4
Durchführung von Sportwettkämpfen und Sportwettbewerben
(1) Für die Durchführung von Sportwettkämpfen und Sportwettbewerben gelten neben den Maßgaben des § 2 zusätzlich die Maßgaben der Absätze 2 bis 4.
(2) Abweichend von § 2 Absatz 1 Satz 1 hat im Falle eines Ligabetriebs oder einer
Wettkampfserie der jeweilige Veranstalter ein über die Veranstaltungsreihe übergreifendes Hygienekonzept zu erstellen. Dieses ist vom Betreiber der öffentlichen oder
privaten Sportanlagen, in denen die einzelnen Veranstaltungen durchgeführt werden,
an die spezifischen Bedingungen vor Ort anzupassen. Diese Pflicht kann an einen
Dritten übertragen werden; die Verantwortung des Betreibers für die Einhaltung der
Vorgaben von Satz 1 bleibt davon unberührt.
(3) Untersagt sind Sportwettkämpfe und Sportwettbewerbe
1. mit über 100 Sportlerinnen und Sportlern und über 100 Zuschauerinnen
und Zuschauern bis einschließlich 31. Juli 2020;
2. mit insgesamt über 500 Sportlerinnen und Sportlern sowie Zuschauerinnen und Zuschauern bis einschließlich 31. Oktober 2020.
Die zulässige Zuschauerzahl erhöht sich bis einschließlich 31. Juli 2020 auf 250 Zuschauerinnen und Zuschauer, wenn zusätzlich
1. den Zuschauerinnen und Zuschauern für die gesamte Dauer der Veranstaltung feste Sitzplätze zugewiesen werden und
2. die Veranstaltung einem im Vorhinein festgelegten Programm folgt.
Bei der Bemessung der Zuschauerzahl bleiben die Beschäftigten und sonstigen Mitwirkenden an der Veranstaltung wie Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und
Betreuer, Schieds- und Kampfrichterinnen und -richter sowie weiteres Funktionspersonal außer Betracht. Unter den Zuschauerinnen und Zuschauern ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, sofern nicht § 2 Absatz 2 in Verbindung mit § 9
CoronaVO etwas anderes zulässt.
(4) Sportwettkämpfe und Sportwettbewerbe, die ganz oder teilweise auf öffentlichen
Straßen und Wegen, auf oder in öffentlichen Gewässern, im öffentlichen Luftraum
oder im öffentlichen Gelände durchgeführt werden, können von den zuständigen Behörden unter den Maßgaben des Absatzes 1 genehmigt werden. Davon ausgenommen ist die Pflicht zur Datenerhebung nach § 6 CoronaVO außerhalb der vom Veranstalter ausgewiesenen Zuschauerbereiche.
§ 5
Gastronomische Angebote und Betrieb weiterer Einrichtungen
Die Zulässigkeit und Ausgestaltung
1. des gastronomischen Angebots einschließlich der Ausgabe von Getränken
und Speisen zum sofortigen Verzehr,
2. des Betriebs von angegliederten Einrichtungen und Dienstleistungen, insbesondere Kosmetik, Massagen und Saunabereiche,
3. des Betriebs von weiteren Einrichtungen, insbesondere Einzelhandel und
Souvenirgeschäfte
richten sich nach den für diese Angebote geltenden Vorschriften der CoronaVO sowie nach den aufgrund der CoronaVO erlassenen Rechtsverordnungen.
§ 6
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. Juli 2020 in Kraft. Gleichzeitig treten
1. die Corona-Verordnung Spitzensport vom 10. April 2020 (GBl. S. 184), die
zuletzt durch Verordnung vom 4. Juni 2020 (GBl. S. 385) geändert worden
ist,
2. die Corona-Verordnung Sportstätten vom 4. Juni 2020 (GBl. S. 381) und
3. die Corona-Verordnung Sportwettkämpfe vom 10. Juni 2020 (GBl. S. 393).
außer Kraft.
§ 7
Außerkrafttreten
§ 4 tritt hinsichtlich Veranstaltungen nach § 4 Absatz 3 Satz 1 Nummer 2 am 31. Oktober 2020 außer Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am 31. August 2020 außer
Kraft.
Stuttgart, den 25. Juni 2020
gez. Dr. Eisenmann
gez. Lucha